Michael Fitz: Liedermaching – Volkstheater Geisler

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Michael Fitz , der bisweilen in der Musikbranche immer noch als Geheimtip gehandelt wird, eroberte in den letzten Jahren als Songpoet und Geschichtenerzähler, mit seinen so einfühlsamen wie hintersinnigen Soloprogrammen zahlreiche Bühnen in ganz Deutschland. Der einem breiten Publikum durch seine vielfältigen Fernseh und – Kinorollen ( u.a. Tatort, Hattinger, Maria’s letzte Reise ) bekannte und mit dem deutschen und bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnete Münchner geht 2016/2017 mit seinem neuen Solo-Programm wieder auf Deutschlandtournee.

„Liedermaching“

„…ganz entspannt und lediglich mit einer Hand voll Gitarren und der eigenen Stimme ausgerüstet, stellt sich Michael Fitz einmal mehr den kleinen und großen Lebensfragen. Wiederfinden kann sich auf dieser kurzweiligen, sehr persönlichen Reise durch äußerst menschliche und vor allem männliche Gefühle und Befindlichkeiten Jeder . Mann wie Frau Liedermaching eben , im besten Sinne.. „

Michael Fitz

Ein Gesicht, das jeder aus dem Fernsehen kennt. Vor allem durch seine Rolle als Tatort-Kommissar Carlo Menzinger. Als Liedermacher ist der 55-jährige Michael Fitz eher noch ein Geheimtipp. Obwohl er bereits seit 1984 als Musiker, Komponist, Texter und Sänger erfolgreich unterwegs ist. Den Schauspieler Michael Fitz hat man an diesem Abend bald vergessen, denn als Liedermacher ist Fitz authentisch und mitreißend. Er erlaubt seinen Zuhörern einen tiefen Einblick in sein Seelenleben – sofern sie den Texten folgen können. Denn schon nach den ersten Liedern wird klar, dass hier fast ausschließlich bayerisch gesungen wird. Fitz sieht aber hierin kein echtes Problem, zumal ihm ein Gast schon mal berichtet habe: “Ich verstehe überhaupt nichts, aber mir geht’s total gut.“ Mitfühlen hält Fitz für viel wichtiger als mitdenken. Fitz hat fünf Gitarren dabei, wechselt sie bei jedem Lied und nimmt sich Zeit, sie immer wieder zu stimmen oft sogar kurz vor dem letzten Ton, was gelöste Lacher hervorruft. Er ist ein virtuoser Gitarrist und ein wortgewaltiger Sänger. Seine Stimme variiert von sanft und leise bis leidenschaftlich und verzweifelt. Hintergründig, meist melancholisch, geht er den entscheidenden Fragen nach. Mit seinen Texten und Melodien, die sämtlich aus seiner Feder stammen, weist er darauf hin wie unwichtig der Erfolg, dem man hinterher rennt, letztendlich ist. Er will nicht mehr nur das tun, was von ihm erwartet wird, sondern suchen, worauf es wirklich ankommt und die viel zu schnell verrinnende Zeit gerne hin und wieder anhalten. Dabei betrachtet er weniger den Erfolg, sondern vielmehr dessen Kehrseite. Denn “je mehr Erfolg man hat, umso weniger Zeit bleibt einem“, so seine Erkenntnis, “eigentlich müsste es doch anders herum sein.“ Realistisch und meist ein wenig negativ beschreibt er, was “hinter seiner Stirn“ vorgeht und mit logischem Verstand nicht immer zu erklären ist. Er schildert seine früheren Schwierigkeiten mit seinem Vater, dem Volksschauspieler Gerd Fitz, und die Herausforderungen im Zusammenleben mit seiner Partnerin. Von seinem Vater wurde seine Sehnsucht nach Anerkennung und Zuwendung nicht gestillt, obwohl er “Salto, Handstand und Purzelbaum“ gemacht habe, was er in „Du siegst mi ned“ verarbeitet. Und die zwangsläufigen Konflikte, die sich in einer langjährigen Partnerschaft aus dem vergeblichen Bemühen ergeben, den Anderen den eigenen Vorstellungen anzupassen, beklagt er bitter in „Schaug di ned o“ und “Wuist du mi no?“. Fitz kommt zu der Erkenntnis, dass die Menschen wenig Geduld haben, was insbesondere auf 70 % der Audifahrer zutreffe, beleuchtet die dunkelen Seiten der Seele in dem Lied “Deifi“ und hat mit “Hunger“ auch einen Protestsong im Programm. Und schließlich erklatscht sich das begeisterte Publikum noch drei Zugaben, bei denen er nochmal richtig Gas gibt und es zum Mitsingen bringt: “Einen Tag vor dem Weltuntergang kann’s gar ned anders sein.“